Pinscher vom Edelsteintal
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PINSCHER – DAS DOBERMÄNNCHEN IM KLEINFORMAT
„Moment, wer bist du überhaupt? Und was genau hast du hier vor?“
Wer einen Pinscher besitzt, kennt dieses Phänomen: Ganz gleich, wie groß er tatsächlich ist – der Hund tritt auf, als wäre er persönlich für die Sicherheit eines mittleren Flughafens verantwortlich. Hinter der eleganten, kompakten Erscheinung steckt kein fröhlich pfeifender Wanderer, sondern ein hochaufmerksames Dobermännchen im Kleinformat. Liebst du den Nachbarn, der immer stolz die Brust schwellt, wenn er dir begegnet? Dann ist der Pinscher absolut der richtige Herzensmann – mit einem Auftreten, das sagt: „Ich bin zwar klein, aber ich weiß, wer hier das Sagen hat.“
Der Name verrät bereits, dass dies kein Zufall ist. Er leitet sich vom französischen pincer ab, was „kneifen“ oder „beißen“ bedeutet – ein direkter Hinweis auf sein ursprüngliches Handwerk als „Beißer“ und Rattenfänger. Während sich in Großbritannien die Terrier (von terra, Erde) für die Jagd im Bau spezialisierten, war der Pinscher das kontinentale Pendant: der mutige, zupackende Arbeiter, der sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließ.
Historisch gesehen war der Pinscher der klassische Allrounder auf dem Bauernhof. Er war für alles zuständig, was sich bewegte – ob Ratte im Stall oder Fremder am Tor. Diese Herkunft hat ihn geprägt. Er musste blitzschnell reagieren, autark handeln und vor allem: den Überblick behalten. Diese Geschichte steckt ihm bis heute in den Knochen. Er ist kein Hund für Menschen, die einen dekorativen Zeitvertreib suchen; er ist ein Hund, der sich selbst als Dienstleister versteht, der seinen Auftrag sehr ernst nimmt.
Manche Hunde beobachten ihre Umwelt. Der Pinscher erstellt Lageberichte. Er betreibt quasi sein eigenes Informationsministerium und gehört zu den Hunden, die selten einfach nur „dabei“ sind. Ein vorbeifahrendes Auto, ein Rascheln im Gebüsch oder ein Mensch, der sich „seltsam“ bewegt – der Pinscher registriert das nicht nur, er hält es für mitteilungspflichtig. Er möchte sicherstellen, dass ihm nichts entgeht. Was häufig als Nervosität wahrgenommen wird, ist dabei oft eine außergewöhnliche Wachsamkeit gegenüber Veränderungen.
Dabei zeigt sich eine Besonderheit: Der Pinscher ist nicht unbedingt ein Kontrolleur der Welt, er ist ein Informant in eigener Sache. Er hat zu allem eine Meinung und eine bemerkenswerte Selbstsicherheit für seine Größe. Diese „geschäftige Einmischung“ ist kein Zeichen von Stress, sondern von seinem tiefen Bedürfnis, über alles Bescheid zu wissen.
Das macht den Pinscher zu einem hochsensiblen Arbeitshund im kompakten Format. Er ist stark auf seine Menschen bezogen und bemerkenswert schnell bei der Sache. Hier setzt die Vorderführung an: Sie ist der notwendige Rahmen, der den Pinscher davor bewahrt, sich als die Security des Viertels zu fühlen, die jeder vorbeigehenden Person lautstark mitteilen muss, wer hier das Sagen hat. Sie gibt ihm die Erlaubnis, diesen „Sicherheitsauftrag“ an seinen Menschen abzugeben und einfach Hund sein zu dürfen.
Wer bereit ist, sich auf diese forschende Art einzulassen, gewinnt einen Gefährten, der den Alltag durch seine messerscharfe Intelligenz und seine sprühende Energie bereichert. Ein Pinscher ist ein Partner für ein gemeinsames Abenteuer.
Man lebt mit ihm nicht allein – man lebt mit einer vierbeinigen Behörde, die ungefragt Lageberichte erstellt, Sicherheitsbedenken anmeldet und grundsätzlich der Meinung ist, dass sie bei wichtigen Entscheidungen ein Mitspracherecht haben sollte.
Erstaunlicherweise scheint dabei ein ungeschriebenes Gesetz zu gelten: Mit jedem Zentimeter weniger Körpergröße steigt die Bereitschaft, sich in Angelegenheiten einzumischen, die ihn eigentlich gar nichts angehen.
Quelle: www.der-hundegefaehrte.de
Auszug der Rassebeschreibung des DP aus dem VDH
Deutsche Pinscher sind wachsam, mutig und flink wie Wiesel. Einfühlsam erzogen überzeugen sie als liebevolle Familienhunde und ausdauernde Sportpartner. Trotz aller Qualitäten stand die alte deutsche Rasse bereits auf der Liste der bedrohten Haustierrassen, doch diese Zeiten sind zum Glück inzwischen vorbei.
Das Temperament des glatthaarigen Deutschen Pinschers ist keinesfalls zu unterschätzen. Die alte deutsche Hunderasse, die schon 1880 Erwähnung im „Deutschen Hundestammbuch“ findet, strotzt geradezu vor Energie. Diese Energie benötigt mindestens ein Ventil, besser gleich mehrere. Das bedeutet, dass körperliche und geistige Auslastung eine wichtige Basis für das Zusammenleben mit einem Deutschen Pinscher sind. Denn er ist nicht nur agil, sondern auch schlau. Ruhetraining ist übrigens mindestens ebenso wichtig wie die körperliche und geistige Auslastung des Hundes.
Für Anfänger in Sachen Hundehaltung eignet sich der Pinscher nicht. Denn er läuft im Alltagsleben nicht einfach nebenher. Pinscher haben eine recht hohes Anforderungsprofil an ihre Halter. Wird das nicht mit Rassekenntnis erfüllt, hat man in der Regel wenig Freude an diesen klugen und selbstbewussten Hunden. Stimmen die züchterischen und erzieherischen Voraussetzungen, erweist sich der Pinscher jedoch durchaus als genial.
Seinem regen Köpfchen entgeht nichts und diese angeborene Aufmerksamkeit lässt sich natürlich auch hervorragend zur gezielten Ausbildung nutzen. Wird sie jedoch nicht in gewünschte Bahnen gelenkt, lässt sich der 45 bis 50 Zentimeter große Wirbelwind eben selbst etwas einfallen und stellt eigene Regeln auf. Dabei ist der Hund, der dieselben Vorfahren wie die Schnauzer-Familie hat, generell ein gutartiger Charakter. Freundlich und zum Spielen aufgelegt, begeistert er innerhalb seiner Familie jeden, ob groß oder klein. Fremden gegenüber nimmt er sich als pflichtbewusster Begleiter eher zurück und beobachtet. Seine Wachsamkeit gilt als ebenso unbestechlich wie seine Anhänglichkeit gegenüber seinen Menschen unerschütterlich ist. Obwohl der Pinscher pflichtbewusst wacht, ist er ganz und gar kein Kläffer. Er bewahrt stets die Nerven, denn seine Selbstsicherheit ist mit einer ausgeprägten Ausgeglichenheit gepaart – beste Voraussetzungen für ein angenehmes Zusammenleben.
Schützenswert
Obwohl der Deutsche Pinscher eine sehr alte Rasse ist, schwebte sie traditionell in Gefahr. Zwischen 1950 und 1958 gab es in Deutschland keinen einzigen Wurf und im Jahr 2003 wurde das offiziell, was Liebhaber dieser Rasse stets befürchtet hatten: Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) erklärte den Deutschen Pinscher – gemeinsam mit dem Deutschen Spitz – zur gefährdeten Haustierrasse. Doch das ist inzwischen längst Vergangenheit. Zurzeit erblicken in Deutschland jährlich rund 400 Pinscher-Welpen jährlich das Licht der Welt. Tendenz steigend. Die mittlere Körpergröße und die Kurzhaarigkeit des Pinschers tragen zur Beliebtheit der Rasse bei.
Allein deshalb lohnt es sich, einen genaueren Blick auf diese liebens- und erhaltenswerte Rasse zu werfen, die auch ein Stück deutsche Hundezuchtgeschichte ist. Dennoch: Deutsche Pinscher sind keine Hunde für Anfänger, die nicht dazu bereit sind, sich mit den Ansprüchen dieser Rasse auseinanderzusetzen. Stehen ein erfahrener Züchter und ein einfühlsamer Hundetrainer mit Rat und Tat zur Seite, dürfte es jedoch auch bei Einsteigern zu keinerlei Problemen kommen. Hundeerfahrene Menschen, die bei der Erziehung klare Grenzen aufweisen, ohne dabei zu hart oder zu nachlässig zu sein, haben in der Regel ihre helle Freude am gelehrigen und intelligenten Deutschen Pinscher.
Quelle: VDH
zur vollständigen Rassebeschreibung
Rasse des Monats: Deutscher Pinscher » VDH.de
Rassestandard


